Es gibt Orte und Länder mit einer besonderen Ausstrahlung. Sei es, dass von dort religiöse oder spirituelle Bewegungen ausgingen, sei es, dass dort außergewöhnliche kulturelle Werke entstanden. Beim Schach ist es auf jeden Fall auch Aserbaidschan, in dem Schach mindestens ebenso populär wie Fußball ist. Von dort kam um 900 ein gewisser Abu Bakr al-Suli an den Hof des Kalifen Al-Muktafi in Bagdad und forderte dessen Schachmeister Al-Mawardi (auf Deutsch "Rosenwasser") zum Wettkampf auf. Als dieser verloren hatte, sprach der Kalif die vernichtenden Worte: "Dein Rosenwasser hat sich in Urin verwandelt!"

Über tausend Jahre später brach Garri Kasparow aus Baku auf, um Schachweltmeister zu werden und sich selbst heute noch, wenn auch etwas "eingerostet" – mit 56 Jahren und lange nach seinem Rückzug vom Wettkampfschach –, bei seinen sporadischen Auftritten als einer der stärksten Spieler der Welt zu erweisen. Aserbaidschan ist – übrigens ähnlich wie das verfeindete Armenien – seit Jahren eines der stärksten Schachländer der Welt. Dazu tragen vornehmlich die beiden Spitzenspieler Schachrijar (mit Schach im Namen) Mamedjarow und Teimur Radjabow bei. Letzterer schlug beim kürzlichen Fide World Cup im sibirischen Chanty-Mansijsk nach einem äußerst kräftezehrenden K.-o.-Marathon im Finale den Chinesen Ding Liren.

Mit welcher hübschen Kombination eroberte er als Weißer in der entscheidenden Blitzpartie des Tie-Breaks dessen Dame?

Lösung aus Nr. 49:

Wie konnte Weiß trotz der schwarzen Drohungen matt setzen?

Nach dem Damenopfer 1.Dxg7+! Txg7 2.Td8+ Lf8 3.Txf8 war es matt, weil der Turm g7 durch den Läufer a1 gefesselt ist. Auch 1.Lxg7+! Txg7 2.Td8+ Lf8 3.Txf8+ Tg8 4.Df6 matt hätte es getan