A

Der Auftakt der Sternsingeraktion ist der 28. Dezember, der "Tag der unschuldigen Kinder". An der weltweit größten Hilfsaktion von Kindern für Kinder aus Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa beteiligen sich in Deutschland mehr als 300.000 Jugendliche. Der Brauch ist seit Mitte des 16. Jahrhunderts belegt, damals zogen noch Erwachsene mit einem Stern von Haus zu Haus. In manchen Gegenden war es nur bestimmten Berufsgruppen erlaubt, den Segen zu sprechen und Spenden zu erbitten. Und auch Spendenskandale gab es, oft wurde das gesammelte Geld im Wirtshaus vertrunken. In Freising kam es deshalb 1784 zum Verbot. Seit 1959 organisiert das Aachener Kindermissionswerk "Die Sternsinger" die Aktion, seit 1961 in Zusammenarbeit mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend.

B

Zu den ersten fotogenen Neujahrsterminen der Bundeskanzlerin zählt der Empfang der Sternsinger. Minister und Länderchefs öffnen ihre Türen. Sie hoffen wohl, dass der Haussegen, den die Dreikönigskinder aussprechen, zu den wenigen gehört, die nicht schief hängen. Wer sich karitativ mit Kindern zeigt, darf auf breite Zustimmung hoffen.

C

Die christlichen Brauchtümer um den 6. Januar unterscheiden sich regional stark. Während die Weihnachtszeit im Kirchenjahr erst am 2. Februar (Mariä Lichtmess) endet, zünden die Familien den Christbaum am Dreikönigstag ein letztes Mal an. In den Niederlanden laufen die Kleinen in einem Lampionumzug mit, wie er in Deutschland an St. Martin stattfindet. In Spanien und Mexiko fahren die drei Könige auf prächtigen Wagen durch die Straßen – dem Dreigestirn des Kölner Karnevals nicht unähnlich. Kinderstiefel über Nacht mit Süßigkeiten zu füllen ist in Mitteleuropa die Arbeit von Nikolaus. In Spanien und Mexiko machen die drei Könige den Job.

D

Dreikönigsspiel: Seit dem 10. Jahrhundert sind Krippenspiele im Rahmen der Liturgie historisch verbürgt. In der Folgezeit übernahmen auch kirchliche Laien die Rollen. Die Szenen erweiterten sich vom Stall in Bethlehem auf das Hirtenspiel mit der Verkündigung Christi. Im Dreikönigsspiel schließlich wird die königliche Huldigung des Messias nachgestellt. Waren die Darsteller anfänglich – wie bei den Passionsspielen heute noch – Erwachsene, finden Krippenspiele jetzt mit Kindergartenkindern und Grundschülern statt.

E

Der 6. Januar ist der Tag der Erscheinung des Herrn. Epiphanie-Feiern gab es bereits im antiken römischen Kaiserkult im hellenistischen Osten des Römischen Reichs. Die Ostkirche feiert seit der Einführung von Weihnachten am 25. Dezember mit Epiphanias die Taufe Jesu, bei den Griechen und Slawen verbunden mit der Großen Wasserweihe. Russland und Serbien halten liturgisch am julianischen Kalender fest. Dort wird Weihnachten am 7. Januar und Epiphanias erst am 19. Januar gefeiert. In der protestantischen Perikopenordnung sind einige Sonntage "nach Epiphanias" benannt. Die Epiphaniaszeit endet mit der Woche, in die der 2. Februar (Tag der Darstellung Jesu im Tempel) fällt. Auch evangelische Gemeinden senden vereinzelt Sternsinger aus.

F

Staatlicher Feiertag in Deutschland ist der Dreikönigstag in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

G

Laut Legende wurden die Gebeine der Heiligen Drei Könige zunächst in Konstantinopel aufbewahrt, bis sie nach Mailand gelangten. Der Kölner Erzbischof und Reichserzkanzler Rainald von Dassel brachte sie als Kriegsbeute 1164 nach Köln. Dort liegen sie in einem Schrein, der Anfang des 13. Jahrhunderts von Nikolaus von Verdun geschaffen wurde. Seine Sarkophag-Platte zählt zu den bedeutendsten Goldschmiedearbeiten des Mittelalters.

H

Der Haussegen, der mit Kreide über den Türsturz geschrieben wird, zeigt dieses Jahr die Zeichen "20 C+M+B 20". Sie stehen für die lateinische Segensformel "Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus). Ab Anfang des 6. Jahrhunderts liest man daraus auch die Initialen von Caspar, Melchior und Balthasar, die in der Sammlung "Patrologia Latina" erwähnt werden.