Es gibt eine Stelle in der 6. Sinfonie, der Pastorale, die nie wieder so gespielt worden ist wie vom Bayerischen Staatsorchester unter Carlos Kleiber 1983. Knapp 20 Takte genügen hier, um alles Gewölk zu vertreiben und Beethoven direkt ins Antlitz zu blicken. Zart und bloß steht er da, ohne Originalitätsdruck und ohne die geballte Faust in der Tasche, die man ihm so gern unterstellt, weil man sie dann selbst nicht ballen muss – oder weil man der Fäuste ballenden Männlichkeit in der Kunst heimlich nachtrauert.