Weltkarte der Wut – Seite 1

Unruhe erfasst den Erdball. Seit zwei Jahren strömen Hunderttausende, zuweilen sogar Millionen auf Straßen und Plätze, auf allen Kontinenten, in vielen Fällen unbeeindruckt von brutalen Polizeieinsätzen. Manchmal wird daraus Straßenkampf, und die digital vernetzte Welt ist Zeuge, in Echtzeit (siehe letzte Seite).

Die Anlässe des Aufruhrs sind vielfältig. Und doch gibt es so etwas wie Familienähnlichkeiten. Worin bestehen diese? Und warum breitet sich gerade jetzt eine Welle der Massenproteste aus?

Oft entstehen Bürgerunruhen aus einem einzelnen Konflikt. So hatte auch das soeben vergangene Jahrzehnt begonnen. Streit mit einer Polizistin, ein frustrierter Gemüsehändler übergießt sich mit Benzin und zündet sich an: das tunesische Fanal vom 17. Dezember 2010. Was auf dem Land begann, setzte sich in den Städten fort und führte schließlich zu Revolten und Revolutionen im arabischen Raum, bis hin zu Bürgerkriegen.

Eine andere legendäre Massenerhebung hatte ebenfalls ihren Beginn auf dem Land, sie sprang bald auf Bergbausiedlungen über und ergriff sodann die Städte; dort übernahmen – wie in Tunesien – die Bürger die Führung der Volksbewegung, die bald radikale Gleichheitsforderungen aufstellte und viele Landstriche überzog. Das war der sogenannte Deutsche Bauernkrieg des Jahres 1524/25. Fast ein halbes Jahrtausend her.

Die Ähnlichkeiten über historische Zeiten und geografische Räume hinweg sind frappierend. Das gilt auch für die Ziele der großen Empörungen, trotz aller Unterschiede. Die meisten richten sich auf mehr als den materiellen Vorteil. Sie fordern Würde und Gerechtigkeit. Diese beiden Begriffe tauchen auch in den Massenbewegungen unserer Tage immer wieder auf, ob in Asien, Afrika oder Lateinamerika. Würde und Gerechtigkeit sind ein jahrtausendealtes, kulturübergreifendes Motiv (und keineswegs eine exklusiv westliche Erfindung). Das ist keine pathetische Behauptung, sondern der aktuelle Stand der Geschichtsschreibung.

Missachtung und Ungerechtigkeit gibt es allerdings immer, und nicht immer erheben sich die Völker. Es muss also noch etwas hinzukommen. Was könnte es heute, im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts, sein?

Eine besondere Ungerechtigkeit? Die Vermögens- und Einkommensverteilung ist innerhalb der meisten Länder nicht wesentlich ungerechter geworden. Aber neben die hergebrachte Spaltung zwischen Klassen und Schichten treten in den heutigen Gesellschaften weitere, ebenso wichtige Einteilungen; Soziologen sprechen von Ausdifferenzierung. Wirtschaftszweige, Bildungssysteme, Massen- und Hochkulturen, Forschungskollektive, Gewinner- und Verliererregionen sowie viele andere Subsysteme bilden jeweils eigene Wirklichkeiten, zwischen denen und innerhalb derer die Aufstiegschancen sehr unterschiedlich ausfallen können. Ebenso die Chancen auf politische Teilhabe. Das heißt: Die Ressourcen der Anerkennung sind ungleich verteilt.

Ungerechtigkeiten sind heute für alle sichtbar

Und das zeigt sich pausenlos im Internet; Ungerechtigkeiten sind heute für alle sichtbar. Mancher, der beispielsweise märchenhaft reiche Influencer auf Instagram sieht, kann sich durchaus fragen: Warum lebe ich am Rande? Oder er fragt sich, wenn er in Hongkong lebt: Wieso darf ich nicht so frei sein wie ein Taiwanese? Anders ausgedrückt: Bin ich so viel weniger wert?

Das Gefühl, gering geschätzt zu werden, als Landarbeiter oder Krankenschwester, als politisch engagierter Bürger in Istanbul oder Budapest oder als ein junger Mensch, der ein Leben in der Klimakrise vor sich hat, dieses Gefühl treibt viele der heutigen Bewegungen an. Es tritt auf, wenn, wie in zahlreichen Staaten Lateinamerikas, korrupte Eliten ihren Reichtum obszön zur Schau stellen, wenn der Staat den Bürgern abweisend oder gar arrogant antwortet, wenn es an Institutionen und Verfahren fehlt, die Widersprüche zu Reformen zu verarbeiten.

Massendemonstrationen sind ein überwältigendes Gefühlsereignis

Betrachtet man die Dinge so, dann haben auch die gegenwärtigen Sozialproteste in Frankreich oder sogar die separatistischen Massendemonstrationen in Spanien etwas mit unserem Thema zu tun: Ihre Parolen lassen sich in dem Satz "Ihr seht uns nicht" zusammenfassen. Ein Motiv, das der populistische Diskurs gern aufnimmt, auch der von ganz rechts.

Wer gesehen werden will, muss sich zeigen. Das lateinische Wort demonstrare bedeutet, etwas sinnfällig vor Augen zu führen. Demonstrieren ist mehr als ein Tweet oder eine Meinungsäußerung. Es handelt sich um eine Bewegung des gesamten Körpers, um einen Schritt ins Offene. Der ist nicht selten riskant und setzt Willen voraus, einen Entschluss, und deshalb auch Emotion.

Mehr noch, Demonstrationen erzeugen ihrerseits Emotionen, sie sind überwältigende Gefühlsereignisse. Der britische Historiker Eric Hobsbawm, der sich besonders mit den Massenbewegungen des 20. Jahrhunderts befasst hatte, brachte es auf den Punkt: "Nach Sex ist die Teilnahme an einer Massendemonstration in Zeiten großer öffentlicher Erregung jene Aktivität, die körperliches Erleben und intensive Gefühle in höchstem Maße miteinander vereint. Sie ist – anders als Sex, der wesentlich individuell ist – ihrer Natur nach kollektiv und kann anders als der sexuelle Höhepunkt um Stunden verlängert werden. Wie Sex, allerdings, verlangt sie eine körperliche Aktivität, etwa das Marschieren, das Rufen von Parolen sowie Gesang, worin sich die Verschmelzung des Individuums mit der Masse ausdrückt." Das trifft sich mit Theorien der Massenpsychologie, denen zufolge diese Verschmelzung ein libidinöser Vorgang ist. Er senkt auch die Hemmschwelle des Einzelnen, aus der Masse heraus Unrecht zu tun.

Das Spektrum der Emotionen ist weitgespannt. Wut, wenn die Gegenseite überlegen ist. Euphorie, wenn die Angst die Seiten gewechselt hat. Feststimmung, wenn der Sieg, und Trotz, wenn die Niederlage gewiss ist. Meist sind die Emotionen so stark, dass sie im Gedächtnis bleiben. Ein besonders gegenwärtiges Leben führen sie in der populären Kultur und in der Kunst.

Unbestreitbar gibt es auch Kunstwerke, die gegen Rebellion und Unordnung Partei ergreifen – Verbrechen sind oft auch Bestandteil von Massenaufständen. Doch die Zahl der Dichter, Maler und Komponisten, die dem rebellischen Volk ein Denkmal setzten, ist eben unvergleichlich größer. Werke wie Beethovens Neunte, Hugos Les Misérables oder Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin sind der Nachhall gigantischer Gewitter.

Ob das Ende der Unruhen glücklich ist oder nicht, sie bleiben im Gedächtnis, und die Erinnerung wird anlässlich späterer Konflikte wieder abgerufen. Noch im 20. Jahrhundert zitierten revolutionäre Arbeiter das Lied Wir sind des Geyers schwarzer Haufen, benannt nach Florian Geyer, einem Anführer der Volksaufstände von 1524: "Geschlagen ziehen wir nach Haus / Unsre Enkel fechten’s besser aus."

Kommunikationsmittel haben in Massenbewegungen mehrere Funktionen

Massenerhebungen sind geräuschvoll, sind verdichtete Kommunikation. Die Bewegungen feuern sich selbst an mit ihren Parolen, Nachrichten und Bildern, und die machen vor keiner geografischen Grenze halt. Auch deshalb breiten sich Unruhen wie Ölflecken aus. So geschah es in Europa in den Jahren 1789, 1830, 1848 und 1871, in China zwischen 1850 und 1864 (die Taiping-Revolution) und nach 1917 und 1945 auf fast allen Kontinenten, schließlich in den Jahren 1968 und 1989. Am 14. Januar 2011, dem Tag, als die Tunesier den Diktator Ben Ali verjagten, hielt mir ein Mann in der Innenstadt von Tunis sein Handy vors Gesicht und rief: "Hier, meine Freunde aus Algerien und Libyen schreiben mir, sie wollen auch die Revolution!"

Sollte die Welle der Proteste abebben, baut sich eine noch größere auf

Kommunikationsmittel haben in Massenbewegungen mehrere Funktionen. Sie informieren über Missstände und darüber, dass diese oft überlokaler Natur sind – etwa die heutige Klimakrise. Kursierende Bilder und Texte der Revolten ermutigen und zeigen, dass es eine Wahl zwischen Ja und Nein gibt. Und schließlich sind Kommunikationsmittel eine eigene Organisationsstruktur, man kann sich beispielsweise mit ihrer Hilfe zur Aktion verabreden. Auch dazu dienten die Flugschriften in den Bauernkriegen, in der Französischen Revolution und den großen Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Mit dem Internet werden alle diese Funktionen noch potenziert. Diktaturen wie die iranische oder die chinesische wissen das sehr genau, weshalb sie versuchen, die Nutzung des Netzes zu beschneiden.

Sie versuchen noch mehr. Digitaltechnik ist ihrem Wesen nach Kontrolltechnik, denn sie ist darauf angelegt, Inputs zu erfassen und zu verarbeiten. Solche Inputs können Bewegungsdaten sein, akustische Äußerungen, biometrische Messwerte. Außerdem handelt es sich um eine Steuerungstechnik, mit ihrer Hilfe können auch soziale Chancen verteilt werden, Kreditzusagen beispielsweise. Und schließlich erzeugt Digitaltechnik Zeichenfolgen, also lässt sie sich für Propaganda und Volksbetrug nutzen.

Bisher ist es noch jeder Massenbewegung gelungen, den Machthabern in der digitalen Sphäre einen Zug voraus zu bleiben. Das ist nicht zwingend so. Allerdings gibt die technische Entwicklung immer wieder Spielräume frei, denn programmierbare Technik ist prinzipiell flexibel. Auf Dauer ein Volk per Digitalisierung wie eine Marionettenarmee zu steuern (gar ein Riesenvolk wie das chinesische) bleibt bis auf Weiteres ein technizistischer Machbarkeitswahn.

In einem Artikel der New York Times wurde kürzlich argumentiert, die sogenannten sozialen Medien erlaubten es zwar, sich leichter zu organisieren als früher, aber just diese Leichtigkeit sei ein Problem, denn heutzutage könne man auch ohne mühselige Organisationsarbeit die Leute auf die Straße bringen – nur eben nicht dauerhaft. Klingt plausibel, doch die Praxis sieht anders aus. Wurde in Algerien und in Nicaragua nicht das ganze Jahr 2019 über, wird in Hongkong nicht seit Monaten mithilfe von Smartphones mobilisiert? Waren andererseits die Massenbewegungen im Zeitalter vor dem Internet stabiler?

Die israelische Stadtgeografin Tali Hakuta sieht eine andere Dialektik am Werk, aufgrund derer die Durchschlagskraft von Massenprotesten abnehmen könnte. In ihrem 2018 erschienenen Buch The Design of Protest schreibt sie von der "Normalisierung des Protests". Der sei mittlerweile Bestandteil des politischen Alltags geworden, mit der Folge, dass eine Vielzahl von Interessengruppen zu diesem Mittel greife. Dadurch, so argumentiert Hakuta, verliere es seine Besonderheit, damit auch seine Signifikanz, weshalb es die Regierenden letztlich nicht nennenswert stören müsse.

In der Tat kann Straßenprotest in manchen Ländern zur Mainstream-Kultur werden, wie in Frankreich und vielleicht auch in Deutschland. Sobald Aktivisten jedoch feststellen, dass er die Gegenseite gleichgültig lässt, beenden sie ihre "Latsch-Demos", wie es im Bewegungsjargon heißt, und greifen zu konfliktreicheren Formen, Schulstreiks etwa, oder sie legen wie in Frankreich das öffentliche Leben lahm. In der Mehrzahl der Länder indes, wo die Bürger sich zu Massenprotesten versammeln, sind diese bis heute alles andere als alltäglich.

Wie also geht es 2020 weiter? Nicht ohne Bewegung, so viel steht fest. Sollte die Welle abebben, dürfen wir sicher sein: Sie kommt zurück. Und zwar mit höherer Amplitude. Denn die Quellen des Protests versiegen nicht, während trotz Fake-News und Cyberpropaganda die Informiertheit der Völker zunimmt. Gewiss, Massenbewegungen werden auch immer wieder scheitern. Auf Dauer aber gilt für sie der Spruch des sibyllinischen Orakels: Weinen muss der Besiegte, und der Sieger ist verloren.

Geografie der Proteste

Geografie der Proteste

Dies ist keine vollständige Aufzählung von Ländern, in denen Menschen derzeit demonstrieren oder in Aufruhr sind. Die ausgewählten Staaten auf dieser Karte erfüllen mindestens eines von drei Kriterien: Die Proteste halten seit mehr als einem Monat an; sie finden nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in anderen Teilen des Landes statt; sie haben den Rücktritt der Regierung oder das Ende eines Gewaltregimes erzwungen.

© ZEIT-Grafik

1. Frankreich

Auslöser: Eine geplante Rentenreform. Seit Ende 2019 landesweite Streiks und Demos. Viele Verletzte bei Zusammenstößen mit der Polizei.
Prognose: Regierung will die Reform im Januar verabschieden, Präsident Emmanuel Macron gibt sich hart. Die Streiks halten an. 

2. Tschechien

Auslöser: Nach schweren Korruptionsvorwürfen gegen Ministerpräsident Andrej Babiš kommt es seit Sommer 2019 zu Demonstrationen mit zum Teil über 200.000 Teilnehmern.
Prognose:
Solange Babiš sich weigert, zurückzutreten, werden die Proteste anhalten.

3. Rumänien

Auslöser: Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung führten im August 2019 erneut zu Protesten.
Prognose: Regierung verlor im Oktober Mehrheit im Parlament. Liviu Dragnea, einst einer der mächtigsten Männer des Landes, wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Die Lage hat sich beruhigt. 

4. Indien

Auslöser: Das Gesetz vom 12. Dezember 2019 zur Einbürgerung von Flüchtlingen mit Ausnahme von Muslimen. Seither Massenproteste in mehreren Landesteilen.
Prognose: Keine Beruhigung in Sicht. Die Regierung hält an dem Gesetz fest. Polizeigewalt nimmt zu. Bislang 20 Tote.

5. Hongkong

Auslöser: Gesetz zur Auslieferung verdächtiger Personen nach China. Seit Juni 2019 130 Demonstrationen mit bis zu 1,7 Millionen Menschen.
Prognose: Das Gesetz wurde zurückgezogen, die Proteste gehen weiter und richten sich inzwischen gegen jeden Einfluss Pekings auf Hongkong.

6. Indonesien

Auslöser: Gesetze, um Bekämpfung von Korruption zu erschweren und "Diffamierung" des Präsidenten zu bestrafen. Seit September 2019 Proteste mit Zehntausenden Teilnehmern, überwiegend Studenten.
Prognose: Das Strafgesetz wurde aufgeschoben. Proteste flauen ab. 

7. Iran

Auslöser: Massive Erhöhung der Benzinpreise Mitte November 2019. Spontane Massenproteste in über 160 Städten, die nach wenigen Tagen erstickt wurden. Über 300 Tote und mehrere Tausend Verhaftete.
Prognose: Neue Proteste bei den Wahlen im Februar 2020 möglich.

8. Irak

Auslöser: Wut über Korruption und Armut. Seit Oktober Demonstrationen, teils mit über einer Million Menschen. Prognose: Trotz des Rücktritts der Regierung und massiver Repression, auch gesteuert aus dem Iran, mit bislang über 430 Toten, dürften die Proteste weitergehen.

9. Libanon

Auslöser: Neue Steuer auf WhatsApp-Anrufe im Oktober 2019. Seither friedliche Massenproteste gegen Korruption und Verarmung.
Prognose: Regierungschef Saad Hariri trat im November zurück. Ein Nachfolger aus dem alten Apparat ist im Amt.
Die Proteste halten an.

10. Sudan

Auslöser: Preiserhöhungen für Brot und Benzin im Dezember 2018 führten zu einem erfolgreichen Massenaufstand gegen Diktator Al-Baschir. Seit August 2019 amtiert eine Übergangsregierung.
Prognose: Bleibt die Wirtschaftslage desolat, ist eine neue Protestwelle wahrscheinlich. 

11. Algerien

Auslöser: Erneute Kandidatur des greisen, schwer kranken Präsidenten Bouteflika nach 20 Amtsjahren. Seit Februar 2019 demonstrieren jeden Freitag Hunderttausende.
Prognose: Bouteflika trat ab, der Machtapparat ist weitgehend intakt geblieben, die Kundgebungen gehen weiter.

12. Marokko

Auslöser: Der Tod eines Fischhändlers Ende Oktober 2016 im nördlichen Al-Hoceima nach Beschlagnahme seiner Ware. Es kam zu Massenprotesten gegen Korruption und Willkür.
Prognose: Immer wieder Proteste auch in anderen Landesteilen. Die staatliche Repression nimmt zu.

13. Chile

Auslöser: Im Oktober 2019 eskalierten Studentendemos gegen höhere Fahrpreise zum Massenprotest gegen den konservativen Präsidenten Piñera.
Prognose: Obwohl die Regierung soziale Reformen angekündigt hat, wird weiter demonstriert, die Gewalt der Polizei heizt die Lage weiter an.

14. Bolivien

Auslöser: Manipulationen bei der Wiederwahl von Präsident Evo Morales im Oktober 2019. Morales ging nach Massenprotesten und auf Druck der Armee im November ins Exil.
Prognose: Die Unruhen werden anhalten. Morales’ Anhänger sprechen von einem Putsch.

15. Ecuador

Auslöser: Verdoppelung der Benzinpreise Anfang Oktober 2019. Massenproteste angeführt von indigenen Gruppen. Die Regierung nahm die Preiserhöhung zurück.
Prognose: Die Lage hat sich beruhigt. Aufgrund der prekären Wirtschaftslage sind neue Proteste möglich.

16. Kolumbien

Auslöser: Marode Schulen und Krankenhäuser sowie die verschleppte Umsetzung des Friedensabkommens mit der Farc-Guerilla führten zu einem Generalstreik im November 2019.
Prognose: Bislang kein Einlenken der Regierung. Neue Streiks sind für Anfang 2020 geplant.

17. Nicaragua

Auslöser: Rentenreform im April 2018. Seither kommt es im ganzen Land zu kleineren Protesten gegen die korrupte Diktatur. Großdemonstrationen werden mit Waffengewalt verhindert. Bislang kamen über 300 Menschen ums Leben.
Prognose: Die Proteste halten trotz Repression an.

18. Haiti

Auslöser: Preiserhöhungen für Benzin, Kerosin und Diesel im Juli 2018 und ein Skandal um veruntreute Hilfsgelder. Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung. Viele Tote durch Sicherheitskräfte.
Prognose: Die Regierung ist weiterhin im Amt, die Massenproteste halten an.