Neulich machte die Ankündigung eines Telefonnetzbetreibers Schlagzeilen, einer Urlauberfamilie fast zwei Drittel der angefallenen Handygebühren zu erstatten. Auf einer Fähre von Kiel nach Oslo hatte der zwölfjährige Sohn Videos auf seinem Smartphone angeschaut. Dumm, dass sich das Gerät die ganze Zeit über im bordeigenen Schiffsnetz befand. Unfassbare 12.000 Euro fielen an. Der Mobilfunkanbieter der Familie zeigte sich kulant. Die Rechnung wurde reduziert. Auf 5.000 Euro.

Horrende Rechnungen wie diese kommen leider immer wieder vor. Wenn man sie lässt, wählen sich Smartphones automatisch ins stärkste Netz ein – was auf hoher See in der Regel das satellitengestützte, bordeigene Schiffsnetz ist. Dort kosten selbst Telefonate bis zu sechs Euro die Minute, und weil die Qualität ja so gut ist, plaudert man auf dem Sonnendeck auch gerne mal ein bisschen länger mit zu Hause. Verschickt noch ein paar Videos. Empfängt welche von Freunden, die gerade auf Ibiza im Urlaub sind. Der sonst übliche Datenkosten-Airbag gilt bei Satellitenverbindungen aber nicht. Und die warnende SMS, die die Reederei nach dem Einloggen des Handys geschickt hat, wird oft ignoriert. Die Telefonrechnung kann dann höher sein als die für die komplette Kreuzfahrt.

Auch Flugreisende müssen aufpassen bei der Handynutzung. Und zwar bereits dann, wenn sie noch auf dem Rollfeld in der Maschine sitzen. Die Aufforderung der Crew, doch bitte die Mobilfunkgeräte in den Flugmodus zu schalten, mag aus einer Zeit stammen, in der Handys dem sensiblen Instrumentarium im Cockpit gefährlich werden konnten – befolgen sollte man sie aber besser heute noch. Anbieter wie Telekom, O2 oder Vodafone bieten draußen auf dem Rollfeld oft nur sehr schwachen Empfang. Kann sich das Telefon nicht mit seinem angestammten Netz verbinden, versucht es, sich in das Bordnetz einzuwählen. Dort fallen für 100 Kilobyte Datenvolumen oft drei Euro und mehr an. Ein Schnappschuss aus dem Fenster, aufgenommen mit einem älteren iPhone und schnell vor dem Take-off mit einem "Gleich geht’s los!"-Gruß verschickt, ist etwas über drei Megabyte groß. Macht: knapp hundert Euro.

Wie kann man sich schützen? Am besten, indem man das Handy in besagten Flugmodus versetzt. Oder zumindest das Datenroaming deaktiviert. Will man auf der Fähre telefonieren, kann man sich manchmal manuell in ein terrestrisches Netz einwählen. Auf Binnenmeeren wie der Ostsee und der Adria sind diese Netze auch weit vor der Küste noch verfügbar, wenn man aus der Kabine an Deck geht (Achtung aber vor teuren nordafrikanischen Netzen auf Mittelmeerkreuzfahrten!). Und natürlich ist WLAN fast immer eine Option. Auf Fähren ist der Zugang mitunter kostenlos, in der Luft bieten die Airlines unterschiedliche Optionen an. Die preiswertesten für rund zehn Euro reichen für WhatsApp und E-Mail. Mit den teuren (je nach Airline 20 bis 40 Euro) lassen sich Videos streamen.

Oder man lässt das Handy einfach mal für ein paar Stunden ausgeschaltet. Das geht tatsächlich auch.