Uran ist schon da. 120 Tonnen Brennstäbe, per Lastwagen angeliefert aus Lingen im fernen Emsland. Noch lagern sie hinter einem dicken Stahltor direkt neben der Reaktorhalle. Dutzende Arbeiter in gelben Hosen und weißen Kitteln eilen durch die Gänge, lassen streng gesicherte Türen aufschwingen und zuknallen, führen Tests durch, erledigen letzte Schweißarbeiten. "Ist doch schön, dass die Leute arbeiten", sagt Pasi Tuohimaa, der Sprecher des Betreibers. Man weiß nicht recht, ob eher Verzweiflung oder Zynismus mitschwingt im Kommentar von Tuohimaa, der über die Baustelle führt. Eigentlich hätten die Arbeiter in Gelb und Weiß nämlich hier schon vor zehn Jahren fertig sein sollen. Doch die Eröffnung des Kraftwerks an Finnlands Ostseeküste musste immer wieder verschoben werden, und die Kosten vervielfachten sich.