Er öffnet die Tür und sagt: "Mir ist schon schlecht vor Angst." Sein Gesicht kenne ich gut: Durch weiche blaue Augen mustert er mich flüchtig, er trägt noch immer seine runde Brille, graues Haar legt sich wie ein Kranz um den Kopf – nur die Falten haben sich tiefer gegraben. Den Mann vor mir lernte ich vor 18 Jahren kennen, damals kam ich in die dritte Klasse. Er war mein Grundschullehrer. Es ist ein Tag Ende Juli, sieben Uhr früh, sein letzter Arbeitstag. In wenigen Wochen wird er 65.