Das Unbehagen kehrte am Tag vor Weihnachten zurück. Im Fahrstuhl. Ich stand neben einem älteren Kollegen. "Wohin geht’s?", fragte der Kollege. "Nach Hause, Kind ins Bett bringen", sagte ich. Er lächelte und winkte ab. "Ach, solange die klein sind, ist das kein Problem, wenn’s mal später wird." Die Fahrstuhltüre schloss. "Das ist natürlich anders, wenn sie in die Schule gehen. Sechs Uhr aufstehen, Brote schmieren, Kind wecken. Ein Wahnsinn." Er blickte mich an, Schatten unter den Augen. Mich fröstelte. Mein Kind ist drei Jahre alt. Aber ich wusste, wovon er sprach. Jeder weiß es.