Katrin Suder steht irgendwann da, ganz hinten an die Wand gelehnt, sie ist leise in die Veranstaltung geschlüpft und schreibt Mails auf ihrem Handy. Ihren Rucksack hat sie hinter sich in die Ecke gestellt. Auf dem Podium redet gerade Madeleine Albright, Ex-Außenministerin der USA, über das aktuelle politische Chaos, eine irgendwie beruhigende Stimme aus einer Zeit, in der gefühlt noch alles in Ordnung war. "Man wird ganz melancholisch", sagt Suder, "diese Welt wird nicht wiederkommen." Ein Thinktank in Berlin hat geladen zu einem Forum über die Zukunft der transatlantischen Sicherheitspolitik, gut 300 Leute sitzen im Großen Saal des Roten Rathauses. Suder ist zum Schluss dran. Mach es sexy, hat der Moderator zu ihr gesagt. Wie soll das denn gehen, fragt sie, bei dem Thema: "Rewriting the Code. Challenges of tomorrow, tools of yesterday" – in kurz: Verteidigungspolitik im digitalen Zeitalter.