Es ist eine ungewöhnliche E-Mail, die am 10. September 2019 über einen Verteiler deutsche Politiker und Journalisten erreicht. Ungewöhnlich, weil das Meinungsforschungsinstitut Forsa über diesen Verteiler eigentlich seine neuesten Zahlen verschickt. Dieses Mal jedoch heißt es im Titel: "Kokolores, Fake-News und Manipulationen". Neue Forsa-Zahlen finden sich nicht in der Nachricht. Stattdessen wütende Anschuldigungen gegen einen Konkurrenten: Civey, heißt es dort, ein Newcomer in der Branche, arbeite "unwissenschaftlich" und gefährde "die mühsam errungene Akzeptanz der empirischen Sozialforschung in höchstem Maße". Unterzeichnet ist die E-Mail vom Forsa-Chef persönlich: "mit freundlichem Gruß, Prof. Manfred Güllner".