Verehrte Leserschaft, ich will ganz offen sprechen: Mein Gehalt liegt über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Ich lebe im linksgrün versifften Berlin, Ortsteil Mitte, wo alle weltfremd drauf sind. Und ich ernähre mich, full disclosure, vorwiegend vegetarisch. Insofern ist meine eigene Position in der Debatte um deutsche Fleischpreise, die in der vergangenen Woche gefühlt zum 157. Mal geführt wurde, ein bisschen absehbar. Ich teile die Auffassung der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, der zufolge 20 Cent für 100 Gramm Hühnerschenkel "unanständig" sind. "Wie soll ein Bauer davon leben und dann noch höchste Tierwohlstandards einhalten können?", fragte die Ministerin im Januar rhetorisch. Dabei kennt sie die Antwort natürlich genau: gar nicht. Oder halt bloß sehr schlecht. Fleisch muss, finde auch ich, teurer werden.