Der um Migration, die deutsche Nation und ihren "Meinungskorridor" besorgte Schriftsteller Uwe Tellkamp (Der Turm) erlangt derzeit eine mediale Aufmerksamkeit, die je nach Gesinnungs- und Stimmungslage nur noch wundern oder schaudern lässt. Die Welt hatte jüngst eine Recherche veröffentlicht, die den Literaturbetrieb in hektische Nervosität versetzte. Was war aufgedeckt worden? Der Suhrkamp Verlag erwäge, den neuen, seit Langem herbeigesehnten und herbeigefürchteten Roman von Tellkamp nicht im Herbst 2020, sondern erst im Frühjahr 2021 zu veröffentlichen, da er noch redigiert werden müsse und noch nicht ganz fertig sei. Dabei habe der Autor bei einem Vortrag in Würzburg erklärt, sein Roman sei fertig. Weshalb, fragte man sich, legt der Suhrkamp Verlag da nicht sofort Nachtschichten ein, um ihn der Weltöffentlichkeit, die nach der allerneuesten Prosa aus Dresden giert, zu präsentieren? Aus Angst vor rechtem Gedankengut? Ist es im Meinungskorridor zu eng geworden? Liegt da gerade zu viel rum? Passt der Roman da deshalb nicht mehr durch?