Wurde uns der Planet auch vom Schöpfer gegeben, so ist zumindest, da sind sich die Kirchen einig, der Klimawandel menschengemacht. Und zwar von allen gleichermaßen, "im Schnitt 11 Tonnen Klimagase im Jahr" verursache jeder, rechnen die Geistlichen in ihrem Aufruf zum "Klimafasten" vor (was etwa so erkenntnisreich ist wie die Feststellung, dass zu einem Mord immer zwei gehören). Der kirchliche Rat: Verzichtet in der Fastenzeit auf hohe CO₂-Emissionen! Stromverbrauch drosseln, Plastiktüten verbannen – und den Tintenstrahldrucker kann man sich ja mit Nachbarn teilen wie Jesus das Brot mit den Armen.

Auch beim Mindesthaltbarkeitsdatum soll man nun Auge um Auge zudrücken: Dass man hierzulande wegen Überfluss Lebensmittel wegwirft, sei "unverantwortlich angesichts von 800 Mio. Hungerleidenden weltweit". Statt schimmlige Dinkelbrötchen wieder aus dem Müll zu holen, könnte man fragen, was obiger Befund über unser geheiligtes Wirtschaftssystem aussagt; man kann aber auch bloß zur "Klima-Challenge" aufrufen: Wer spart mehr Emissionen? Leistung muss sich wieder lohnen, und sei es fürs Moralkonto. Interessant ist ebenso der kirchliche Vorschlag, Heizungen abzustellen – bereits Thilo Sarrazin empfahl Hartz-IV-Empfängern ja den Griff zum Pulli, sollten die Heizkosten zu hoch sein. Warm anziehen ist, sobald rechte Ideen umlackiert im Justemilieu als tauglich gelten, so oder so eine gute Idee, denn dann droht es traditionell deutsch zu werden in Kaltland.