Bodo Ramelow

Ministerpräsident der Herzen (auch seines eigenen). Regierte von 2014 bis 2020 im Satansstaat Thüringen, wurde dann vom finsteren Thomas Kemmerich abgesetzt. Ist die perfekte Besetzung als unschuldige Hauptfigur, die dunkle Seiten hat: Ein Christ, der gern andere mit seiner Frömmigkeit überwältigt. Ein Linker, der mehr Machtbewusstsein hat als viele in der CDU. Ein seeeehr besonnener Typ, der jedoch gern mal explodiert (am liebsten auf Twitter oder in TV-Talkshows). Versucht in dieser Staffel, von allen geliebt zu werden, was sich als seine größte Schwäche entpuppt. Deshalb spricht er nicht so gern darüber, dass der finstere Kemmerich nie ins Amt gekommen wäre, wenn er, Ramelow, nicht ohne Mehrheit im Landtag zur MP-Wahl angetreten wäre.

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Mike Mohring

Der Ministerpräsidenten-Erdolcher: Führt die CDU-Fraktion seit 2008, überdauert in diesem Job schon den vierten Regierungschef. Dieter Althaus trat freiwillig ab, Christine Lieberknecht erledigte er, indem er ihren damaligen Koalitionspartner SPD verprellte und zu Bodo Ramelow ziehen ließ. Nun, in den jüngsten Folgen, servierte er Ramelow ab, indem er mindestens nicht verhinderte, dass seine CDU mit FDP und AfD Kemmerich wählte. Behauptet jetzt, auf frischer Tat ertappt, es sei alles nicht so, wie es aussehe! Er habe sich doch bloß nicht wehren können! Glaubt ihm aber keiner, selbst wenn es stimmt. Muss als Parteichef abtreten. Wird in der nächsten Staffel sicher wiederkehren.

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Björn Höcke

Krieger der Finsternis: Führt die Thüringer AfD. Lockte neulich Mike Mohring in eine Falle, die keine war, weil groß das Wort "FALLE" dranstand: Seine AfD stellte einen Ministerpräsidenten-Kandidaten zum Schein auf, wählte dann aber diesen Kandidaten gar nicht, sondern stimmte für den Bewerber, den auch FDP und CDU wählen wollten – Kemmerich. Höcke hat damit dessen Wahl möglich gemacht. Strebt nach Weltgeltung und Einfluss, den hat er sicher. Nannte Mohring vor einiger Zeit einen "jungen Stürmer", der "voll im Saft" stehe. Was wird er tun, wenn Ramelow bald wieder zur Wahl steht?

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Attila

Einziger Protagonist der Thüringer Landespolitik, der keinen Bock hat, Ministerpräsident zu werden: Hat vier Beine und einen Bandscheibenvorfall hinter sich. Attila ist der Schoßhund von Bodo Ramelow. Twittert selbst als "Attila der Hundi", seit der Abwahl seines Herrchens mit dem Zusatz #bodostillmy- president". Schrieb über Kemmerich: "Ekelhafte Person", und etwas später: "Bernd Höcke ist ein faschist Bernd Höcke ist ein faschist Bernd Höcke ist ein faschist". In der vergangenen Staffel stellte sich heraus: Attila postet gar nicht selbst. Hunde-Account-Führerin soll gerüchteweise Ramelows Frau Germana Alberti vom Hofe sein.

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Thomas L. Kemmerich

Die Überraschungs-Nebenfigur! Unauffälliger Typ, der sich plötzlich als dunkler Ritter offenbarte, indem er sich an die Macht wählen ließ. Behauptet, nie damit gerechnet zu haben, dass auch die AfD ihn wählen würde; dabei haben alle Zuschauer gesehen, dass er es genau wusste. War leider trotzdem völlig unvorbereitet auf seinen Sieg: Haspelte durch die ersten Reden, wusste nicht, wen er zum Minister machen könnte, trat schnell wieder zurück. Regiert seither allein, weil die Verfassung ihn zwingt, zu bleiben, bis ein Nachfolger gewählt ist. Taucht jetzt nur noch als Figur auf, die durch die Kulissen tapst. Könnte in der neuen Staffel aber immer noch Regierungschef sein, wenn alles schlecht läuft.

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Bernhard Vogel

Wichtigster Nachwende-Regierungschef in Thüringen. Wurde 1992 aus Speyer geholt, nachdem Christine Lieberknecht den ersten Ministerpräsidenten Josef Duchač mit gestürzt hatte. Übergab 2003 an Dieter Althaus, konnte aber nie aufhören, sich in die Tagespolitik einzumischen. Erklärte Mohring und der CDU-Fraktion vor der Wahl Kemmerichs, dass das eine gute Idee sei. Wollte immer, dass Mohring mal Ministerpräsident wird, was er mit dem Kemmerich-Coup leider verunmöglicht hat. Hielt nie viel von seiner Nachnachfolgerin Lieberknecht. Verkörpert die alte Zeit, in der Linke noch des Teufels und Rechte marginale Kräfte waren.

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Dieter Althaus

Nachfolger und Zögling von Bernhard Vogel. Holte für die CDU noch absolute Mehrheiten. War 2009 in einen Ski-Unfall verwickelt, bei dem eine Frau starb. Er musste zurücktreten, wollte Mike Mohring als Nachfolger, stattdessen setzte sich Christine Lieberknecht durch. Gibt immer noch viel Rat im Hintergrund, im Falle Kemmerichs hatte er den richtigen Instinkt: Die CDU laufe direkt in eine Leimspur der AfD.

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Christine Lieberknecht

Alte Intimfeindin Mike Mohrings, der sie in der Staffel von 2014 mit aus dem Amt jagte. Kann ihm nicht richtig böse sein. Steht für den liberalen Flügel der Thüringer CDU, dessen Anhänger sich bis heute auf sie berufen. Theologin, die mit Bodo Ramelow eine enge Christen-Freundschaft pflegt, weshalb es kein Wunder war, dass er sie nun als Interims-Regierungschefin für ein Comeback vorschlug. Sie verzichtete, weil die CDU versuchte, die Idee für taktische Spiele umzunutzen.

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Mario Voigt

War über Jahre Widersacher von Mike Mohring, konnte ihm nun in der Kemmerich-Krise den Dolchstoß versetzen. Legt in seiner Person die multiplen Spaltungen seiner CDU offen: Gilt als Lieberknecht-Jünger, wählte aber mit seinen Truppen Thomas Kemmerich mit. Tat dies sogar mehr aus Gegnerschaft zu Mohring denn aus Zuneigung zur AfD, was allerdings auch nur bedingt beruhigt. Fädelte jetzt, mit Generalsekretär Raymond Walk, den Deal ein, demzufolge Ramelow erneut Ministerpräsident wird, es aber erst in einem Jahr Landtagswahlen gibt. Machte sich so bei seiner Fraktion beliebt, die keine schnellen Neuwahlen will.

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Christian Hirte

Einst war er Mitarbeiter von Mike Mohring, nun ist er mitschuldig an dessen Ende: Christian Hirte, auf den ersten Blick ein braver Bürokrat, hat finstere Geheimnisse! War für die CDU Ost-Beauftragter der Bundesregierung und forderte kurz vor Kemmerichs Kandidatur einen Ministerpräsidenten-Kandidaten von CDU oder FDP gegen Ramelow. Oho, und plötzlich trat Kemmerich an! Als der gewählt war, gratulierte Hirte euphorisch. Die Kanzlerin entließ ihn. Chancen, CDU-Landeschef zu werden, hat er gerade deshalb.

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Anja Siegesmund

Thüringens Spitzen-Grüne, die früher als neue, freche Kraft auftrat, dann Bodo Ramelows Umweltministerin wurde und sich in die Reize der Macht verliebte. Schaffte mit ihrer Partei nur fünf Prozent bei der Landtagswahl, erpokerte bei Koalitionsverhandlungen aber so viele Minister- und Staatssekretärsposten, dass es die CDU auf die Palme brachte: Wie kann man Posten vergeben, obwohl man keine Mehrheit im Parlament hat? Auch aus Wut darüber wählte die CDU Kemmerich.

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Helmut Peter

Besitzer einer Autohaus-Kette, Prototyp des neuen Unternehmers in diesem Bundesland: Alter CDU-Knochen, der sich politisch in Bodo Ramelow verguckte und seit Monaten heftig für ein links-schwarzes Bündnis wirbt. Hat Ramelow und Dieter Althauszu einem Schlachtefest bei sich eingeladen, um ihnen einen Gebrauchtwagen ..., Pardon: um ihnen eine links-schwarze "Projektregierung" schmackhaft zu machen, für die Althaus schon länger warb. Wie Peter mögen viele Unternehmer, die eigentlich CDU wählen, Ramelow. Übrigens: Auch Mario Voigt war bei Peters Schlachtefest dabei.

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Tankred Schipanski

Sohn von Dagmar Schipanski, einst CDU-Spitzenfrau und laut Rainald Grebe einzige Thüringer Prominente neben Heike Drechsler. Trägt schwer am "Sohn von"-Schicksal, weshalb er, zusätzlich zu seinem Job als CDU-Bundestagsabgeordneter, einen Nebenerwerb als Twitter-Tornado unterhält. Nannte Bodo Ramelows Koalitionspartner "Steigbügelhalter" von Mauermördern. Steht für eine dritte Truppe der Thüringer CDU neben Lieberknecht- und Mohring-Leuten: die völlig Unberechenbaren.

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Benjamin Hoff und Susanne Hennig-Wellsow

Sind für Ramelow das, was Ramelow für Attila ist: Die, die ihn an den Zügeln halten. Hoff und Hennig-Wellsow entwickeln die maßgeblichen Strategien. Sie ist Chefin der Linken-Fraktion, er war bisher Chef der Staatskanzlei und rät Ramelow derzeit, nirgends zu erzählen, dass die CDU ihn bald wählen will, weil er die Landes-CDU vor der Wut der Bundes-CDU schützen will.

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Wolfgang Tiefensee

Der Mann der vierten Karriere: War schon Bürgerrechtler, Leipziger Oberbürgermeister, Bundesverkehrsminister. Ist nun Thüringens SPD-Chef und Wirtschaftsminister a. D. War zwischendurch sogar als Interims-Premier für die Post-Kemmerich-Ära im Gespräch, was des Guten womöglich zu viel gewesen wäre. Gehört zu dieser Serie wie Jo Gerner zu GZSZ: manche sind eben Inventar. Wird gewiss noch lange mitspielen.

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