Das winzige Teilchen, um das es in diesem Artikel geht, ist von eigenartiger Schönheit. Da ist eine runde Hülle, da ist ein Kranz – eine Corona – aus Stacheln, der die Hülle umgibt. Das Teilchen sieht eher bizarr als bedrohlich aus, wie die Bastelei eines kreativen Kindes oder eine wundersame Koralle aus den Tiefen des Ozeans. Handelt es sich um ein Lebewesen? Oder um etwas anderes? Wissenschaftler sind sich nicht einig, wie diese Frage zu beantworten ist.
Das Teilchen misst gerade einmal ungefähr 0,1 Millionstelmeter, es besteht nicht aus Zellen, und es hat im Gegensatz zu Pflanzen, Tieren und Menschen auch keinen Stoffwechsel. Andererseits verfolgt es die gleichen Ziele wie alles, was lebendig ist: am Dasein bleiben, sich vermehren, die eigene Abstammungslinie fortführen. Darin ist es gut, dafür ist es gebaut. Es dringt in andere Lebewesen ein und macht sich im Bereich der Lunge die Körperzellen gefügig, es zwingt sie, viele Kopien seiner selbst herzustellen. Das ist – aus Sicht jener anderen Lebewesen – unter Umständen ein Problem.