Jetzt wissen wir, dass der 28. Februar alles verändert hat. Es war ein Freitag, an dem unsere Region zur Roten Zone erklärt wurde. Mein Mann und ich saßen beim Frühstück und haben Witzchen gemacht, so surreal erschien uns das mit den Schutzmasken und so. Seit drei Wochen lebe ich nun in dieser Wohnung in unserem Dorf bei Piacenza. Im Grunde geht es uns gut, wir haben einen Garten. Von den 1000 Einwohnern im Dorf sind die meisten alte Menschen. Es bildete sich sehr schnell ein Helfernetz aus jungen Leuten, die für die Alten einkaufen und ihnen Lebensmittel vor die Tür stellen. Mein Mann betreibt hier die Apotheke, allein, und hat wahnsinnig viel zu tun. In den ersten Tagen standen die Leute Schlange. Allmählich haben alle verstanden, dass sie daheim bleiben müssen. Mein Mann erhält am Tag bis zu 120 Anrufe. In der Apotheke trägt er eine Maske.