Die Treiber der Epidemie aufspüren, die Quarantäne verkürzen, die Tests genauer auswerten – mit dieser Strategie können wir in einer zweiten Welle verhindern, dass es zu einem erneuten Lockdown kommt.
Deutschland hat die erste Welle der Covid-19-Epidemie gut gemeistert, aber steht nun vor der Herausforderung, die zweite Welle zu bekämpfen. Es gilt, neue Erkenntnisse über die Übertragung des Virus zu berücksichtigen und gezielt auf Cluster zu reagieren, um einen flächendeckenden Lockdown zu vermeiden. Die Strategie aus Japan, Cluster zu identifizieren und zu isolieren, könnte helfen, Schulen offen zu halten und die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Amtsärzte benötigen klare Vorgaben, um effektiv auf Cluster zu reagieren und die Bevölkerung muss sich auf eine Abklingzeit nach Clusterisolierung einstellen. Es ist wichtig, den Blick zurück zu richten und die Infektionsquellen zu identifizieren, um die zweite Welle erfolgreich zu bewältigen.
Dies ist ein experimentelles Tool. Die Resultate können unvollständig, veraltet oder sogar falsch sein.
Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag wurde bereits Anfang August veröffentlicht und war ursprünglich nur Digitalabonnenten und Leserinnen und Lesern der gedruckten ZEIT zugänglich. Wegen des großen öffentlichen Interesses haben wir uns entschlossen, ihn zu öffnen und nun erneut zu zeigen. Lesen Sie auch ein aktuelles Interview mit dem Virologen auf ZEIT ONLINE.
Als die Covid-19-Epidemie Deutschland erreichte, hat das Land schnell und gut reagiert. In kaum einer anderen großen Industrienation sind so wenige Menschen an der Krankheit gestorben. Diese erste Welle haben wir besser als viele andere kontrollieren können, weil wir früh testen konnten und zwischen Gesellschaft, Politik und den Infektionswissenschaften größeres Vertrauen herrschte als anderswo. Unser früher und kurzer Lockdown hat der Wirtschaft viel Schaden erspart. Nicht nur in den USA kann man beobachten, was zu frühe und dann wieder zurückgenommene Lockerungen für die Wirtschaft bedeuten.