DIE ZEIT: Herr Opitz, erinnern Sie sich noch an den Moment im August 2015, als klar wurde: Sigmar Gabriel kommt nach Heidenau?

Jürgen Opitz: Oh ja. Das hat mir damals viel Kraft gegeben. Landes- und Bundespolitik hatten uns komplett im Stich gelassen. Ich dachte: Wenn der Vizekanzler anreist, sind wir nicht mehr alleine. Dann wird endlich anerkannt, dass Heidenau kein Ort ist, in dem nur Faschisten herumrennen.

ZEIT: Damals hatte die sächsische Landesdirektion knapp 600 Flüchtlinge in einem Baumarkt in Heidenau untergebracht. Im Ort brachen daraufhin Krawalle aus, Rechtsextreme warfen Böller und Steine. War Ihnen klar, Herr Gabriel, dass Heidenau ein Kipp-Punkt der Flüchtlingsdebatte werden könnte?