Erhan Aktürk ist ein Terrorist, jetzt ganz offiziell, und angesichts dessen denkt er manchmal, dass er das nicht immer ganz so eng hätte sehen müssen mit dem Falschparken.

Aktürk hat nämlich niemals falsch geparkt, in all den Jahrzehnten in Deutschland. Er hat auch nie etwas angezündet oder Anschläge verübt. Er hat nie jemanden bedroht oder gar getötet. Das behauptet auch niemand, nicht einmal die Staatsanwaltschaft, aber als Terrorist verurteilt wurde er trotzdem. Genauer gesagt: als Mitglied einer terroristischen Vereinigung im Ausland. Als Mitglied der TKP/ML nämlich, der Kommunistischen Partei der Türkei (marxistisch-leninistisch). Für die hat Aktürk Spenden gesammelt und Veranstaltungen ausgerichtet, und auch wenn die TKP/ML in Deutschland nicht verboten ist und auch auf keiner deutschen Terrorliste steht, hat das gereicht, um ihn ins Gefängnis zu bringen. Im Juli wurde nun in München das Urteil gegen Aktürk und andere Angeklagte gesprochen. Es lautet: vier Jahre und sechs Monate. Eine hohe Strafe. Der Neonazi André Eminger bekam für die Unterstützung der NSU-Mörder vier Jahre Haft, sechs Monate weniger also.