DIE ZEIT: Frau Kämpfe, die Stadt Hannover, wo Sie Gleichstellungsbeauftragte sind, hat vor über einem Jahr als erste deutsche Stadt den Genderstern eingeführt. In E-Mails Ihres Referats heißt es seitdem: "*Mitgemeint ist nicht mitgedacht: Verwaltungssprache soll alle Menschen ansprechen. Deswegen verwenden wir geschlechtsumfassende Formulierungen und den Genderstar." Woher wissen Sie, was andere Menschen denken?
Friederike Kämpfe: Ich weiß nicht, was andere Menschen denken. Aber ich nehme allzu oft wahr, dass Frauen nicht bedacht werden: Ihre besonderen Lebenssituationen werden nicht wahrgenommen oder in politischen Entscheidungen nicht berücksichtigt. Zum Beispiel, wenn Frauen bestimmte männlich dominierte Berufe nicht ergreifen. Ich glaube, dass wir das mithilfe von Sprache ändern können. Es wird regelmäßig von Erziehern gesprochen, obwohl 90 Prozent der Menschen in diesem Beruf Frauen sind.