Als die Humanbiologin Margit Berner 1989 ihre Stelle im Naturhistorischen Museum Wien antrat, da gehörte es zu ihren Aufgaben, einen Teil der anthropologischen Sammlung neu zu organisieren. Im Zuge dieser Arbeit stieß sie bald auf zwei Mappen, Aufschrift: "TJ Tarnow 1942", dazu auf einen Karton. TJ, das hieß: Tarnówer Juden. Die Mappe enthielt Listen von anthropologischen Messdaten und deren statistische Auswertungen; die Fotos, aufgenommen wie zu erkennungsdienstlichen Zwecken, zeigten mehr als 500 Tarnówer Juden. In den Achtzigerjahren war das Material aus dem Nachlass einer früheren Kollegin, Dora Maria Kahlich, ins Naturhistorische Museum gelangt.