An einem Nachmittag im Oktober, in Sachsen sind Herbstferien, hält im Örtchen Waltersdorf im Zittauer Gebirge ein polnischer Reisebus. Das wäre unspektakulär, eigentlich. Aber dann steigen Senioren aus dem Bus, einer nach dem anderen, kaum einer trägt Mundschutz. In Zweierreihen marschieren sie ins Quirle-Häusl, ein Gasthaus.
Damals wundert man sich ein wenig über die Sorglosigkeit der Touristen. Ein eigenartiger Moment, mehr nicht.
Heute aber, im Rückblick, erklärt dieser Moment manches. Er erklärt ein ziemlich großes Problem, das Sachsens Staatsregierung hat, und mit ihr vor allem CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer, der sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen muss, nicht so genau hingeschaut zu haben, als die zweite Welle der Corona-Pandemie sein Bundesland überrollte.