Sie hat Saalschutz angefordert. Sie hat ihrer Mandantin die Fahrt zum Gericht organisiert. Sie hat ihr gesagt: Seien Sie eine halbe Stunde vor Prozessbeginn da. Warten Sie am Seiteneingang. Dort wird er Ihnen nicht auflauern.
Sie hat ihr versichert: Alles wird gut.
Asha Hedayati kommt mit dem Fahrrad angefahren, sie winkt ihrer Mandantin schon aus der Ferne zu. Es ist halb zwölf, ein Donnerstag im Juni 2020, ein Familiengericht in Berlin. Vormittagsruhe. Hedayati schließt ihr Fahrrad ab. "Schön, dass Sie da sind", sagt sie zu der Mandantin. "Wollen wir los?"