Man muss mit ihm Fußball spielen, um zu verstehen, warum er für Olaf Scholz ähnlich unersetzlich ist wie der Torhüter Manuel Neuer für Bayern München. Wolfgang Schmidt, Staatssekretär im Finanzministerium und im Orbit des SPD-Kanzlerkandidaten der zentrale Schlüsselspieler, trifft sich sonntagvormittags mit einer Freizeittruppe in Berlin zum Kicken. Schmidt, Typ Rammbock, geht gern dahin, wo es wehtut. Mit seinem Körper, dem das Filigrane ein wenig abhandengekommen ist, blockt er oft gleich mehrere Gegenspieler – und schafft Räume, in denen andere glänzen können. Vor dem eigenen Tor betätigt sich der 51-Jährige als Einmann-Abräumkommando. Wo Schmidt Gefahr sieht, wirft er sich dazwischen. Das geht oft gut, manchmal aber auch nicht, und dann tritt der Schaden, der verhindert werden sollte, erst ein. Ob sonntagmorgens auf dem Platz oder, so wie jetzt, in der Endphase des Wahlkampfs.