Peter Maile hat rote T-Shirts besorgt und sie auf Türkisch bedrucken lassen. "Vielen Dank für alles", steht darauf. Er hat sie verteilt an die Männer aus Istanbul, die hier auf der Baustelle von Stuttgart 21 kilometerweise Stahl ins Erdreich geflochten haben. Tag und Nacht, jahrelang. 350 Tonnen Stahl haben die türkischen Bauarbeiter in jede der 28 gigantischen Kelchstützen aus Sichtbeton gezwirbelt. Diese Kelche sollen den neuen Hauptbahnhof in Stuttgart einmal ausmachen. Dieser Kelche werden sich die Deutschen einmal rühmen. Wenn die Züge hier einfahren, wird wohl niemand mehr von der Arbeit der Türken sprechen. Deshalb die T-Shirts. Weil Peter Maile will, dass sich jeder Mensch auf dieser Baustelle gesehen fühlt.
Stuttgart 21: Seelsorger einer Wunde
Wer zum Katholikentag wollte, musste erst einmal über eine Baustelle: Stuttgart 21. Der Bahnhofsumbau ist so gigantisch, dass es dort einen eigenen Diakon braucht.