An einem Abend Ende Februar, kurz nach Mitternacht, schickt Lisa-Maria Kellermayr eine Sprachnachricht. "Ich wollte noch duschen und Haare waschen, die Befunde von heute durchgehen", sagt sie. Doch sie könne sich nicht aufraffen. Sie sei so müde. Sie wisse nicht mehr weiter. "Vielleicht sage ich morgen, ich habe Symptome, ich bin nicht erreichbar, nur, um mir eine Pause zu verschaffen."
Am nächsten Tag steht Kellermayr um sieben Uhr auf, geht die paar Schritte hinüber in das kleine Bad mit der Blumentapete, sie duscht, sie wäscht sich die Haare, so erzählt sie es später. Um acht Uhr schließt sie die Praxis auf. Sie macht einfach weiter.