Bundeskanzler Olaf Scholz verteidigt im Interview mit dem Spiegel die militärische Unterstützung Deutschlands für die Ukraine, einschließlich der Lieferung von Geheimdienstinformationen durch den BND. Diese Daten könnten der ukrainischen Armee bei der Kriegsplanung helfen, aber auch politische Konsequenzen haben. Die Entscheidung, solche Informationen weiterzugeben, wurde nach einer rechtlichen Prüfung getroffen und soll keinen Kriegseintritt Deutschlands bedeuten. Die USA liefern bereits aktivere Geheimdienstinformationen an die Ukraine. Scholz bewegt sich entlang einer politischen Kontaktlinie, deren genauer Verlauf unklar ist, da Putin entscheidet, wann er sie für überschritten hält.
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Im Frühjahr, als der russische Überfall auf die Ukraine in den dritten Monat ging, musste sich Bundeskanzler Olaf Scholz wieder einmal rechtfertigen, warum seine Regierung nicht alles tue, um der Ukraine militärisch zu helfen. Er tue genau das, entgegnete Scholz in einem Interview mit dem Spiegel spürbar genervt, und ergänzte: "Dann lassen Sie uns erst mal darüber reden, was wir tun." Deutschland liefere "Flugabwehrgeräte, Munition, Fahrzeuge und viel Material".
Ein wichtiges Detail ließ der Bundeskanzler allerdings aus. Nach Recherchen der ZEIT und des ARD-Magazins Kontraste fiel fast zeitgleich zu dem Interview eine Entscheidung, die weitreichende Folgen haben kann: Die Bundesregierung liefert der Ukraine nicht nur Kriegsgerät, sondern auch militärisch nutzbare Geheimdienstinformationen. Die Analysen und Aufklärungsergebnisse, darunter Geodaten, können in die Kriegsplanung einfließen und der ukrainischen Armee dabei helfen, Kampfkraft und Moral russischer Einheiten einzuschätzen oder ihre Stellungen zu überprüfen. Die Daten-Lieferungen sind der geheimdienstliche Teil der Zeitenwende.