Völlig neu war die Idee nicht, einen Flügel mit zwei Manualen zu bauen. Auch Franz Liszt und Ferruccio Busoni hatten darüber schon nachgedacht. Emánuel Moór hatte dann noch einen entscheidenden Einfall mehr: Die zweite Klaviatur sollte nicht einfach nur helfen, Tonsprünge abzukürzen, die auf dem normalen Klavier große Virtuosität erfordern. Zusätzlich sollte der Pianist über ein Pedal die Töne koppeln können – sodass bei einem Tastendruck gleich zwei Töne erklingen: der angeschlagene Ton und noch einmal der gleiche, eine Oktave höher. Wer auf einem konventionellen Klavier fünf Tasten drückt, hört fünf Töne. Hier sind es zehn.
Duplex Piano: Das doppelte Klangwunder
Ein großartiges Instrument, der Duplex-Flügel des Komponisten und Erfinders Emánuel Moór, wird wiederentdeckt.