DIE ZEIT: Frau Schüler-Springorum, Herr Sznaider, dem Auschwitz-Gedenktag am 27. Januar folgt in diesem Jahr der 90. Jahrestag der Machtübertragung an Hitler am 30. Januar 1933: Spielt dieses Datum in der deutschen Erinnerungskultur noch eine Rolle?
Stefanie Schüler-Springorum: Zumindest wird es selten mit dem 27. Januar zusammengedacht. Dabei lohnt sich das durchaus – um dem Trugschluss zu entgehen, Nationalsozialismus und Holocaust seien historische Zwangsläufigkeiten gewesen. Wer hat welche Entscheidungen getroffen? Hätte es andere Wege gegeben? Diese Fragen geraten aus dem Blick, wenn man nur auf den Holocaust schaut.