Das Verstörende am Fall Aiwanger ist: Man weiß nicht, ob sich daraus etwas lernen lässt. Zu groß sind die Widersprüche. Die wichtigste Frage: Ist durch Aiwangers Fehlverhalten als Jugendlicher (oder das seines Bruders) und durch seine Reaktion 36 Jahre später ein wichtiger demokratischer Konsens zerbrochen – dass es Sätze gibt, die die maximale gesellschaftliche und politische Ächtung zur Folge haben? Das menschenverachtende, Millionen ermordete Juden verhöhnende Pamphlet aus dem Hause Aiwanger ist an Scheußlichkeit nicht zu überbieten. Es ist verwunderlich, dass damals die Reaktionen der schulischen Autoritäten so milde ausgefallen sind.