Die junge Frau zeigt ein Foto. Darauf zu sehen ist die Mesusa, der jüdische Haussegen, schmal, fingerlang und aus mattem Stahl gefertigt, am oberen Ende ist der hebräische Buchstabe Schin eingeprägt. Die Mesusa hänge im äußeren Türrahmen ihrer Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg, sagt die Frau. Vom Flur des Mehrfamilienhauses aus könnten die Nachbarn die Mesusa sehen, wie auch Paketboten, Essenslieferanten, Handwerker. Und wer noch? "Ich will nicht misstrauisch sein. Aber ich frage mich seitdem ständig, wer das getan haben könnte", sagt die junge Frau in einem Café, das ein paar Gehminuten von ihrer Wohnung entfernt liegt. Sie möchte anonym bleiben.
Antisemitismus in Berlin: "Was jetzt passiert, hätte ich Berlin nie zugetraut"
In der Hauptstadt werden Wohnhäuser mit dem Davidstern beschmiert. Jüdinnen und Juden in ganz Deutschland haben Angst vor Übergriffen.