Das Domkapitel des Bistums Limburg ist skeptisch, ob es für Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nach seiner Auszeit eine Zukunft in der Diözese geben kann. "Es ist eine Vertrauenskrise, die schwer zu beheben sein wird", sagte Domdekan Günther Geis am Mittwoch in Limburg. Zuvor hatte der Papst dem umstrittenen Bischof eine Auszeit verordnet, die weitere Zukunft des Limburger Bischofs aber offen gelassen.

Als langjähriger Personalrat führte Prälat Helmut Wanka folgenden Vergleich an: "Wenn ein Pfarrer in einer solchen Situation ist, in der jetzt unser Bischof ist, und ich mit ihm eine Auszeit vereinbare, ist in der Regel nach dieser Auszeit ein Anfang in einer anderen Pfarrei die Perspektive." Er könne sich nicht vorstellen, dass das zerstörte Vertrauen wieder aufgebaut werden könne. Nach Ansicht des Kirchenrechtlers Thomas Schüller ist eine Rückkehr des suspendierten Bischofs ausgeschlossen.

Einer der schärfsten Kritiker des Bischofs, der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz, sprach von einer möglichen Hängepartie im Bistum. "Die katholische Kirche ist eine Bischofskirche. Ohne einen Bischof ist sie im Ausnahmezustand. Das darf nicht zu lange dauern." So schnell wie möglich müsse geklärt werden, was Tebartz-van Elst in Zukunft machen werde.