Die Verbraucher müssen im kommenden Jahr für die Förderung des Ökostroms erneut tiefer in die Tasche greifen. Die dafür auf den Strompreis geschlagene EEG-Umlage steige um knapp einen Cent auf 6,24 Cent je Kilowattstunde, teilten die Übertragungsnetzbetreiber am Dienstag mit.

Ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden muss damit für den Strom aus erneuerbarer Energie wie Wind oder Sonne inklusive Mehrwertsteuer 2014 gut 250 Euro zahlen – rund 40 Euro mehr als bisher. 2013 war die EEG-Umlage um fast zwei Cent auf 5,277 Cent gestiegen. Die vier großen Netzbetreiber TransnetBW, Amprion, Tennet und 50Hertz errechnen die Umlage anhand der Menge des eingespeisten Ökostroms, der Zahl der Stromkunden, die sie tragen müssen, sowie der Börsenpreisentwicklung.


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist Nutznießer der auf einen Rekordwert steigenden Ökostrom-Umlage. Durch sie steigen die Mehrwertsteuereinnahmen, wie eine Berechnung der Deutschen Presse-Agentur ergab. Bei einem jährlichen Stromverbrauch in privaten Haushalten von derzeit 139 Terrawattstunden und 1,19 Cent Mehrwertsteuer auf künftig 6,240 Cent Umlage summieren sich die Mehrwertsteuereinnahmen 2014 auf etwa 1,65 Milliarden Euro. Bisher sind es rund 1,4 Milliarden. Daher fordert etwa die SPD, die Stromsteuer, die weiterer Bestandteil des Strompreises ist, entsprechend zu senken.

Bezieht man in die Rechnung unter anderem noch die nicht von Rabatten profitierenden Unternehmen ein, sind die Steuereinnahmen noch größer. Der nicht-privilegierte Stromverbrauch beträgt derzeit rund 382 Terrawattstunden, was 2014 Mehrwertsteuereinnahmen von 4,5 Milliarden Euro ausmachen könnte.