Die brasilianische Bundespolizei will im Zuge der Ermittlungen zur NSA-Affäre die Chefs US-amerikanischer IT-Firmen vernehmen. Betroffen seien die Chefs von Facebook, Microsoft, Google, Yahoo und Apple, berichtet der brasilianische Medienkonzern Globo.

Gemäß eines Justizabkommens kann die Regierung in Brasilia eine solche Vernehmung bei der US-Regierung beantragen.  

Ein Polizeisprecher wollte den Bericht auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Laut Globo wird die Anfrage an das US-Justizministerium gestellt. Die Polizei hat zu den Spionagevorwürfen bereits eine Reihe von IT-Firmenvertretern in Brasilien befragt, die bestritten, dass ihre Unternehmen Informationen über ihre Kunden an die US-Geheimdienste weitergeben. Zudem beantragte die Polizei, den früheren NSA-Mitarbeiter Edward Snowden zu befragen, der vorläufiges Asyl in Russland erhalten hat.

Snowden hatte mit seinen Enthüllungen über die Überwachungspraktiken des US-Geheimdiensts die ganze Affäre ins Rollen gebracht. Den von Snowden öffentlich gemachten Dokumenten zufolge wurde selbst Brasiliens Präsidentin Dilma Roussef überwacht. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe sagte Rousseff einen Besuch in Washington ab und nutzte eine Rede vor der UN-Vollversammlung, um die Praktiken der US-Geheimdienste zu verurteilen.