Der Familienkonzern Haniel hat seine Mehrheitsanteile am Pharmagroßhändle Celesio an den US-Konzern McKesson verkauft. Nach Angaben der Konzerne übernimmt McKesson 50,1 Prozent der Anteile sowie die Schulden des Konzerns. Es ist ein drastischer Einschnitt für den Konzern Haniel. Der Umsatz der Familienholding wird dadurch um gut vier Fünftel schrumpfen – von mehr als 26 Milliarden auf geschätzt vier Milliarden Euro.

Der Pharmahändler Celesio gehört zu den größten Lieferanten von Medikamenten in Deutschland. Celesios Wurzeln gehen auf die 1835 in Dresden gegründete Drogerie- und Farbwarenhandlung Gehe & Comp. zurück. Inzwischen ist das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart mit 38.000 Mitarbeitern in 14 Ländern aktiv und beliefert insgesamt 65.000 Apotheken. Wichtigster Markt außerhalb Europas ist Brasilien.

Wichtiger Schritt für Haniel

Mit dem Verkauf gelingt es Haniel-Chef Stephan Gemkow gut ein Jahr nach seinem Amtsantritt, die Schulden von zuletzt noch fast zwei Milliarden Euro abzubauen. Zuletzt musste Haniel erstmals auf eine Dividende verzichten, nachdem das Unternehmen für 2012 ein nie dagewesenes Minus von 1,9 Milliarden Euro ausweisen musste.   

Falsche Investitionen

Schuld an der Krise war vor allem die Aufstockung der Anteile am größten deutschen Handelskonzern Metro von 18 auf 34 Prozent. Dafür verschuldete sich Haniel mit rund drei Milliarden Euro. Die Hoffnung, dass sich das Großinvestment durch den anschließenden Verkauf von Unternehmensteilen finanziell rechnen würde, erfüllte sich jedoch nicht. Im Gegenteil: Die Metro-Aktie verlor drastisch an Wert und zwang den Konzern zu Wertberichtigungen in Milliardenhöhe.

Ganz sicher ist der Verkauf der 50,01-prozentigen Celesio-Beteiligung noch nicht.  Die Kartellbehörden müssen zustimmen. Außerdem will McKesson mit seinem Übernahmeangebot mindestens 75 Prozent der Anteile einsammeln, sonst platzt die Vereinbarung.