Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden wird nach Angaben seines Anwalts nichts zu den mutmaßlichen Spähangriffen der NSA auf Bundeskanzlerin Angela Merkel sagen. Snowden halte sich in Russland auf und beachte dessen Gesetze, sagte sein Anwalt Anatoli Kucherena der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Snowden könne nicht ins Ausland reisen, weil er sonst seinen gegenwärtigen Status verlöre. Russland gewährt ihm vorläufiges Asyl. "Außerdem kann er entsprechend der bestehenden Vereinbarungen keine geheimen Informationen preisgeben, solange er in Russland ist", sagte Kucherena. 

Snowdens Anwalt reagierte damit auf Forderungen von Grünen und Linkspartei, der Whistleblower solle vor einem Untersuchungsausschuss in Deutschland aussagen. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele traf Snowden am Donnerstag, um mit ihm über Möglichkeiten einer Aussage zu sprechen. Er bot ihm eine Vernehmung in Moskau an.

Der Anwalt sagte zudem, Snowden werde von Freitag an für eine große russische Firma arbeiten. Einen Namen nannte er nicht.

Weltweit sollen US-Sicherheitsbehörden Mitglieder von Regierungen, Unternehmen, Privatleute und auch den Vatikan ausgespäht haben. Auch Kanzlerin Angela Merkels Mobiltelefon soll jahrelang überwacht worden sein. Jüngsten Vorwürfen zufolge soll der US-Geheimdienst NSA zudem in das Datennetz der beiden Internetkonzerne Google und Yahoo eingedrungen sein.