Eine Woche nach dem Tod des NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke in Italien setzt die Bundesregierung auf eine baldige Lösung im Streit um dessen letzte Ruhestätte. "Es ist zu hoffen, dass die sterblichen Überreste von Herrn Priebke in angemessener Weise ihre letzte Ruhe finden können", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Im Gespräch ist, dass der NS-Kriegsverbrecher in Deutschland beigesetzt wird. Eine offizielle Anfrage gibt es nach Angaben der Bundesregierung aber nicht.

Priebke war am Freitag vergangener Woche im Alter von 100 Jahren in Rom gestorben. Dort hatte er nach der Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen die letzten Jahre in Hausarrest verbracht. Inzwischen liegt sein Leichnam auf einem Militärflughafen außerhalb von Rom. Sowohl die Stadt Rom als auch Priebkes langjähriger Wohnort Bariloche in Argentinien und sein Geburtsort Hennigsdorf bei Berlin lehnen eine Bestattung ab.

Priebke sei Synonym für "ungeheure Verbrechen"

Am Dienstag veranstaltete die erzkonservative Piusbruderschaft eine Trauerfeier für Priebke, die jedoch wieder abgebrochen werden musste, da sich Neonazis unter die Gäste gemischt hatten .

Erich Priebke wurde in Italien dafür verurteilt, dass er im Zweiten Weltkrieg als SS-Offizier Geiseln erschossen hatte. Das Massaker an 335 Zivilisten fand in den Ardeatinischen Höhlen in der Nähe von Rom statt. Priebke war daran beteiligt, er gestand, zwei Gefangene selbst erschossen zu haben. Reue zeigte er aber nie.

Regierungssprecher Seibert sagte, sein Name stehe für "ungeheure Verbrechen, die von Deutschen an Italienern verübt" worden seien. Priebke wurde dafür im Jahr 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt, die dann wegen seines hohen Alters in Hausarrest umgewandelt wurde.