Der Iran hat in den Atomgesprächen der internationalen Gemeinschaft in Genf einen Vorschlag vorgelegt. Der iranische stellvertretende Außenminister Abbas Araghchi zog ein erstes positives Fazit: "Beide Seiten sind ernsthaft an einer Lösung interessiert."

Die Verhandlungen seien bis zum Nachmittag unterbrochen, damit ihn die Vertreter der sogenannten 5+1-Gruppe – bestehend aus China, Großbritannien, Frankreich, Russland, den USA und Deutschland – prüfen könnten. Auf dieser Basis könnten sich beide Seiten auf einen Fahrplan einigen, der dann in einem Treffen der Staaten auf Außenministerebene diskutiert werden soll. Laut Araghchi wird der Vorschlag bis auf weiteres geheim bleiben.    

Für die internationale Gemeinschaft geht es darum, den Bau iranischer Atombomben auszuschließen. Teheran hofft seinerseits auf die Aufhebung der internationalen Sanktionen, die seine Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen haben. Der Westen unterstellt der Regierung in Teheran, Nuklearwaffen anzustreben. Der Iran versichert hingegen, sein Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken. Von der zweitägigen Runde in Genf wurde noch keine abschließende Lösung für den seit Jahren währenden Streit erwartet.

Die jüngsten Atomverhandlungen im kasachischen Almaty im April waren ohne Ergebnisse geblieben. Der im Juni gewählte neue iranische Präsident Hassan Ruhani führte mit neuen, moderaten Signalen zuletzt aber zu Hoffnungen auf ein Ende der Konfrontation zwischen Teheran und dem Westen.