Die Koalitionsverhandlungen zur Großen Koalition starten am Mittwoch mit 75 Politikern. In zwölf Arbeitsgruppen mit vier Untergruppen soll der Koalitionsvertrag beraten werden. Den Vorsitz der Gruppen werden Union und SPD unter sich aufteilen. Sieben Gruppen werden von CDU und SPD geleitet, drei von der CSU.

Die CSU hatte bereits am Montag bekannt gegeben, sie wolle in den Arbeitsgruppen Wirtschaft, Verkehr sowie Justiz und Inneres den Vorsitz übernehmen. Bisher ist bekannt, dass CSU-Politiker Hans-Peter Friedrich für Inneres und Justiz zuständig sein soll, Peter Ramsauer soll Bauen und Verkehr übernehmen. Am Dienstag zeichnete sich Wolfgang Schäuble (CDU) als Leiter der Finanz-AG ab, Peter Altmaier (CDU) soll für das Thema Energie zuständig sein,  Thomas de Maizière (CDU) für die Themen Außenpolitik, Verteidigung und Entwicklung.   

SPD-Landesregierungschefs zuständig für Finanzen und Energie

Die SPD schickt mindestens zwei Landesregierungschefs als Vorsitzende in Arbeitsgruppen: Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz soll Schäubles Gegenspieler in der Gruppe Finanzen werden, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist als Gegenspielerin zu Altmaier beim Thema Energie im Gespräch. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier wurde im Zusammenhang mit den Themen Außenpolitik und Verteidigung genannt, Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann soll für Innen und Justiz zuständig sein und Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig für Familien und Frauen.

Weitere Arbeitsgruppen sind unter anderem vorgesehen für die Ressorts Arbeit/Soziales, in der das für die SPD dominante Thema Mindestlohn verhandelt wird. Für die Sozialdemokraten soll Generalsekretärin Andrea Nahles den Vorsitz übernehmen, ihr Gegenpart von Unionsseite soll Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sein.

Parteichefs haben letztes Wort

In der Union wird betont, die Arbeitsgruppen hätten lediglich eine beratende Funktion. Entscheidungen sollen in der Gruppe der 75 getroffen werden. Bisher ist als letzter Termin für dieses Format der 30. November 2013 vorgesehen. Die wirklich strittigen Punkte einschließlich der Personalien dürften am Ende aber von den drei Parteichefs Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel geklärt werden.