Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hält es für wahrscheinlich, dass auch andere Staaten das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abhören."Wir alle mussten und müssen davon ausgehen, dass derartige Abhöraktionen stattfinden – und zwar wo immer die möglich ist. Das weiß eigentlich jeder, der mit vertraulichen Informationen in der Bundesregierung umgeht", sagte der ehemalige deutsche Botschafter in Washington.

Man müsse immer vom Schlimmsten ausgehen, sagte Ischinger. "Das Problem ist also nicht gelöst, wenn US-Präsident Barack Obama verspricht: Wir machen's nie wieder. Andere machen's dann immer noch  – auch wenn sie vielleicht nicht zu denselben Dingen imstande sind wie die USA."

Zuletzt war vermutet worden, dass Angela Merkels Mobiltelefon von US-amerikanischen Geheimdiensten abgehört wurde. Die Kanzlerin klärte daraufhin auf, dass das betroffene Handy "nicht für staatspolitisch relevante Kommunikation" verwendet würde. Es handelt sich um das Telefon, mit dem sie Parteiangelegenheiten klärt.

Nicht nur das Handy der deutschen Regierungschefin soll abgehört worden sein – rund 35 Staatschefs sind Berichten zufolge betroffen.