Die Nato-Staaten haben am Dienstag in Brüssel über den künftigen Militäreinsatz in Afghanistan beraten. Bis Ende 2014 sollen sämtliche Nato-Kampftruppen aus Afghanistan abgezogen werden. Die afghanischen Sicherheitskräfte sollen anschließend weiter beraten und trainiert werden. Für diese Ausbildungsmission unter dem Namen Resolute Support sollen 8.000 bis 12.000 Soldaten eingesetzt werden.    

Minimales Risiko für ausländische Soldaten

Laut Spiegel Online wird in dem Strategiekonzept für die Zeit nach 2014 festgelegt, dass die Nato-Soldaten weder an Kampfeinsätzen teilnehmen, noch Operationen der afghanischen Armee begleiten sollen. Ziel sei demnach ein minimaler Risiko-Level für die ausländischen Soldaten. Das Training der einheimischen Kräfte solle daher nur in bewachten Ministerien und Kommandozentren stattfinden. Eine Beteiligung der Ausbilder an Antiterroroperationen oder am Kampf gegen die afghanische Drogenindustrie wird dem Bericht zufolge ausgeschlossen.

Bisher hat nur Deutschland angekündigt, in welchem Umfang sich die Bundeswehr am Afghanistan-Einsatz in Zukunft beteiligen soll. Die Bundesregierung will dort nach Ende 2014 zunächst 600 bis 800 Soldaten stationieren. Zwei Jahre später soll die Truppenstärke auf 200 bis 300 Soldaten reduziert werden. 

Damit es aber überhaupt zu einem weiteren Nato-Einsatz in Afghanistan kommt, strebt das Militärbündnis eine Resolution des UN-Sicherheitsrates sowie ein Abkommen mit der afghanischen Regierung über den Status der ausländischen Truppen an. Die US-Regierung verhandelt seit Monaten mit Afghanistan über ein solches Abkommen. Die Nato-Staaten hoffen auf eine Einigung bis Ende November. Es wird erwartet, dass die USA nach einem erfolgreichen Abschluss der Gespräche mit Afghanistan ihre künftige Truppenstärke verkünden.