Nach den Verhandlungen über eine Große Koalition am Montag steht das zweite Gespräch zwischen Union und Grünen an. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) steht dem Treffen positiv gegenüber: "Bei den Grünen haben richtigerweise zunächst die Bundesthemen im Vordergrund gestanden", sagte Lieberknecht im Reuters-Interview mit Blick auf die erste Sondierung auf Bundesebene vergangene Woche. "Wenn man vorweggenommene Finanzverhandlungen zwischen Bund und Ländern will, wie dies von Seiten der SPD der Fall war, ist das nicht wirklich zielführend."

Die Union hat eine dritte Sondierungsrunde für Donnerstag vorgesehen. Wer mit am Verhandlungstisch sitzen wird, ist noch unklar und hängt auch von dem Erfolg der Gespräche mit den Grünen ab. Die Grünen wollen unmittelbar nach ihrer zweiten Sondierungsrunde mit der Union entscheiden, ob sie zu einer schwarz-grünen Koalition bereit sind oder nicht. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter lehnte am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin eine dritte Sondierungsrunde ab. "Heute Abend oder morgen in der Früh werden wir uns auf eine Empfehlung an den Parteitag einigen", sagte Hofreiter. Der Parteitagder Grünen soll am Wochenende über die Koalitionsfrage beraten.

Auch Rot-Rot-Grün weiter eine Option für die Grünen

Hofreiter sagte, dass sich die Grünen möglichen Gesprächen über eine Dreierkoalition mit SPD und Linkspartei nicht verschließen würden. Die Initiative dazu müsse von den Sozialdemokraten ausgehen: "Wenn es sich endgültig verhakeln sollte zwischen CDU/CSU und SPD, ist es eine Frage an die SPD, wen sie gedenkt einzuladen."

Eine rot-rot-grüne Koalition hätte im Bundestag eine knappe Mehrheit; allerdings hat die SPD ein solches Bündnis ausgeschlossen. Hofreiter sagte im ZDF, seine Partei sei trotz der derzeitigen Richtungsdebatte und der personellen Neuaufstellung für eine Regierung bereit: "Wir sind selbstverständlich ganz hervorragend in der Lage, eine Regierung zu bilden."