Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst will sich doch nicht in einem Brief an die Gläubigen in seinem Limburger Bistum wenden. In der derzeitigen Lage werde es dieses Schreiben nicht geben, sagte ein Bistumssprecher und zog damit eine entsprechende Ankündigung zurück. Zu den genauen Gründen wollte er sich nicht äußern. Auch konnte der Bistumssprecher keine Angaben dazu machen, ob eine Erklärung des Bischofs zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden wird.

Tebartz-van Elst wird an diesem Wochenende auch keine öffentlichen Gottesdienste feiern. Der Bistumssprecher verwies darauf, dass dies auch nicht geplant gewesen sei. Denn Tebartz-van Elst hatte am Freitag eigentlich mit den Limburger Domsingknaben nach Israel reisen wollen. Diese Reise habe er abgesagt, sagte der Sprecher.

Bischof Tebartz-van Elst steht in der Kritik, weil die Kosten für den Bau des Bischofssitzes in Limburg auf mindestens 31 Millionen Euro angestiegen sind. Ursprünglich waren 5,5 Millionen Euro veranschlagt. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft wegen der gestiegenen Kosten Vorwürfe der Untreue. Am Donnerstag beantragte zudem die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen eidesstattlicher Falschaussage. Dabei geht es um Angaben des Bischofs im September 2012 zu einem Flug nach Indien.

Immer mehr Gläubige treten in Limburg aus Kirche aus

In dem Bistum treten inzwischen immer mehr Gläubige aus der Kirche aus. Zugleich werden weitere Vorwürfe laut. Der Sprecher des bischöflichen Vermögensverwaltungsrats, Jochen Riebel, bezeichnete Tebartz-van Elst als Lügner und Feigling.

Den Fall um Bischof Tebartz-van Elst möchte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, kommende Woche mit Papst Franziskus besprechen. Denn nur der Papst kann einen Bischof abberufen.