Der Vatikan hat ein Gesetz für mehr Transparenz bei Bankgeschäften beschlossen. Das gab Vatikan-Sprecher Federico Lombardi bekannt. 99 Prozent der internationalen Standards gegen Geldwäsche seien damit umgesetzt. Papst Franziskus habe das Gesetz bereits am Sonntag verabschiedet.

Das argentinische Kirchenoberhaupt hatte kurz nach seinem Amtsantritt die Wiederherstellung des Ansehens der Vatikan-Bank als eine seiner wichtigsten Aufgaben bezeichnet. Dabei hätte er wohl auch nicht vor einer kompletten Abwicklung der Bank Halt gemacht. Mit dem Gesetz dürfte diese Option nun aber wohl erst einmal vom Tisch sein.

Die skandalumwitterte Vatikanbank hatte in der vergangenen Woche erstmals in ihrer 125-jährigen Geschichte einen Geschäftsbericht veröffentlicht. Präsident Ernst von Freyberg sprach von einem Versuch, die Transparenz herzustellen, die die Katholiken in aller Welt erwarteten. Die Bank habe ihre Vorschriften im Umgang mit Kunden überarbeitet, um Geldwäsche zu verhindern.

Der aus Deutschland stammende Freyberg hatte das Amt in diesem Jahr angetreten und eine US-Beratungsgesellschaft damit beauftragt, alle Konten der 19.000 Kunden zu untersuchen und die Regelungen zur Verhinderung von Geldwäsche zu verschärfen. Zuletzt war die Vatikan-Bank Ziel italienischer Geldwäsche-Ermittlungen – ein Vorwurf, den sie jedoch zurückweist. Ein Prälat des Vatikan wurde wegen Geldschmuggels angeklagt. Bereits 1985 geriet das Institut im Zusammenhang mit der betrügerischen Pleite der Banco Ambrosiano in die Schlagzeilen. Deren Präsident wurde erhängt unter einer Brücke in London aufgefunden.