Die Attentäterin von Wolgograd hat den Sprengstoff für den Anschlag laut einem Zeitungsbericht von ihrem Ehemann, dem Rebellenführer Dimitri Sokolow, erhalten. Der 22-Jährige habe den Sprengstoffgürtel, mit dem die 30-jährige Najda Assialowa am Montag in einem Bus sechs Menschen mit in den Tod riss, persönlich seiner Frau übergeben, berichtet die Zeitung Komsomolskaja Prawda am Dienstag unter Berufung auf den Geheimdienst. Demnach habe Sokolow bereits Sprengsätze für zwei Anschläge in Machatschkala, der Hauptstadt der Teilrepublik Dagestan im Süden Russlands, gefertigt.


Ehepaar war Teil einer bewaffneten islamistischen Gruppe

Laut dem Bericht wuchs Sokolow als Sohn eines russischen Soldaten in einer Militärstadt nördlich von Moskau auf. Beim Studium in Moskau habe er dann die aus Dagestan stammende Assialowa kennengelernt, die am selben Institut wie er studiert habe. In Dagestan kämpfen radikale Kräfte für die Errichtung eines von Moskau unabhängigen Kaukasusemirats. Nachdem sie im Geheimen geheiratet hätten, habe Assialowa ihren Ehemann für eine bewaffnete islamistische Gruppe in Machatschkala rekrutiert, schrieb die Zeitung.

Laut der Zeitung Iswestija versuchte Assialowa 2011 im Internet, Geld zur Behandlung einer Krankheit zu sammeln, doch es habe der Verdacht bestanden, sie wolle damit den islamistischen Aufstand finanzieren. Die Moskauer Boulevardzeitung Moskowski Komosmolez schreibt, Wolgograd, früher als Stalingrad bekannt, sei durchaus interessant für Islamisten. 

Sorge um die Sicherheit der Olympischen Winterspiele in Sotschi

Das Innenministerium rief die Bevölkerung etwa 100 Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi zu erhöhter Wachsamkeit auf. Der Terroristenführer Doku Umarow aus dem früheren russischen Kriegsgebiet Tschetschenien hatte damit gedroht, den Terror auch ins Kernland zu tragen. Im Juli rief er dazu auf, alles dafür zu tun, um die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 zu verhindern.