Außenminister Guido Westerwelle hat die Bedeutung der Ratsversammlung Loja Dschirga der Stammesältesten in Kabul für die künftige Rolle Deutschlands am Hindukusch hervorgehoben. "Von ihren Entscheidungen wird auch abhängen, in welcher Weise sich Deutschland und die internationale Gemeinschaft nach 2014 in Afghanistan engagieren können", sagte Westerwelle der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die internationalen Kampftruppen seien beim Abzug aus Afghanistan auf der Zielgeraden. 

Die Loja Dschirga berät über ein umstrittenes Sicherheitsabkommen mit den USA. Dabei geht es um die Frage, wie viele der derzeit noch 75.000 US-Soldaten nach dem Abzug Ende nächsten Jahres am Hindukusch bleiben sollen, um die afghanischen Sicherheitskräfte weiter auszubilden und zu beraten.

Afghanistans Ältestenrat unter Druck von Taliban

Voraussetzung dafür ist ein Statut für die ausländischen Truppen. Die USA wollen ihren Soldaten Immunität vor Strafverfolgung sichern. Die radikalislamischen Taliban hatten den etwa 2.500 Delegierten der Ratsversammlung angedroht, dass jeder der Stammesältesten für die Zustimmung zum Truppenstatut bestraft werde.

Wird das Statut beschlossen, muss es noch vom afghanischen Parlament gebilligt werden, bevor Präsident Hamid Karsai unterzeichnen kann.

US-Außenminister John Kerry sagte am Mittwoch in Washington, er habe sich mit Karsai auf das Sicherheitsabkommen geeinigt, Inhalt und Formulierungen des Entwurfs stünden fest. Entscheiden müsse nun aber die Stammesversammlung.