Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für die Eurozone auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach einer Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt mit. EZB-Präsident Draghi erklärte, der EZB-Rat gehe davon aus, dass die Zinsen im Euro-Raum für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter liegen werden. Die Notenbank erwarte eine "längere Phase niedriger Inflation", sagte Draghi. Bereits im Mai hatte die EZB den Leitzins auf das bisherige Tief von 0,5 Prozent gesenkt. 

Nach der überraschenden Senkung stieg der Dax auf ein neues Rekordhoch. Zeitweise erreichte er über 9160 Punkte.  Dagegen stürzte der Euro um mehr als ein Prozent auf 1,3359 Dollar ab.  

Deutsche Banken sehen Senkung kritisch

Der Bundesverband deutscher Banken sieht die Zinssenkung kritisch. Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer glaubt nicht, dass die Zinssenkung Auswirkungen auf die Wirtschaft der Euro-Zone habe.  "Mittel- bis längerfristig nehmen allerdings die Risiken der Niedrigzinspolitik weiter zu – insbesondere die Gefahr von falschen Risikoeinschätzungen, verzerrten Investitionsentscheidungen und Vermögenspreisblasen", sagte er am Donnerstag.