Facebook hat versucht, die Foto-App Snapchat zu übernehmen und den Gründern drei Milliarden Dollar angeboten. Es soll nicht der erste Kaufversuch von Facebook gewesen sein, berichtete das Wall Street Journal. Der 23-jährige Mitbegründer und Firmenchef von Snapchat, Evan Spiegel, wolle aber zunächst die Zahl der Nutzer weiter steigern, um einen noch höheren Preis zu erzielen.

Konkurrierende Investoren bewerteten Snapchat bereits heute mit vier Milliarden Dollar, hieß es weiter. Eine offizielle Stellungnahme gab es nicht. Zuvor soll Facebook mehr als eine Milliarde Dollar für den mobilen Dienst geboten haben.

Über Snapchat lassen sich auf Smartphones Fotos und Videos an Freunde verschicken. Die Bilder sind allerdings nur höchstens zehn Sekunden lang zu sehen. Über Snapchat schickten Nutzer zuletzt 350 Millionen Dateien pro Tag an Freunde. Im Juni waren es noch 200 Millionen. 

Durch die Übernahme erhoffte sich Facebook mehr Nutzer unter Jugendlichen in den USA. Eine im Oktober veröffentlichte Studie zeigte, dass bei dieser Zielgruppe der Kurznachrichtendienst Twitter Facebook in seiner Bedeutung abgelöst hätte.

Snapchat wäre der größte Zukauf von Facebook. Bisher war der Fotodienst Instagram die teuerste Übernahme. Facebook hatte für die Foto- und Video-App im vergangenen Jahr etwa eine Milliarde Dollar bezahlt.