Zum Prozessauftakt in Kairo sind Anhänger und Gegner des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi aufeinander losgegangen. Laut Angaben aus Sicherheitskreisen griffen Passanten Mursi-Anhänger an, die vor dem Kairoer Verfassungsgericht gegen den Prozess protestierten. Aus Sicherheitsgründen findet der Prozess gegen den entmachteten islamistischen Staatschef, der vor vier Monaten von der Armee abgesetzt worden war, in einer Polizeiakademie statt.


Die Sicherheitsvorkehrungen wurden auch am Flughafen Kairo verstärkt. Die arabischen Außenminister, die am Vortag bei der Arabischen Liga in Kairo zusammengetroffen waren, verließen noch in der Nacht Ägypten. Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete, Pro-Mursi-Demonstranten seien auf seine Reporterin losgegangen. 

Mohammed Mursi wird Aufruf zum Mord vorgeworfen

Der 62-jährige Ex-Präsident ist zusammen mit 14 weiteren Verantwortlichen seiner Regierung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft Mursi und anderen Funktionären vor, sie hätten zur Tötung von Demonstranten bei Protesten gegen Mursi im Dezember 2012 angestiftet. Konkret wird Mursi Aufruf zum Mord vorgeworfen.

Der Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten aus der Muslimbruderschaft droht, die Spannungen im Land anzuheizen. Anhänger der Muslimbruderschaft haben zu Massenprotesten aufgerufen. Vorsorglich hatte das Innenministerium 20.000 Polizisten mobilisiert, um den Gerichtssaal im Kairoer Stadtteil Tora zu sichern.