Nach Einschätzung Südkoreas kann Nordkorea Bomben aus hoch angereichertem Uran bauen. Dies sei den Fortschritten im Atomprogramm des Landes zu verdanken. "Wir nehmen an, dass Nordkorea eine Atomwaffe unter Verwendung von Uran herstellen kann", zitiert die Nachrichtenagentur Yonhap den südkoreanischen Verteidigungsminister Kim Kwang Jin. 

In seiner Rede vor der Nationalversammlung sagte Kim außerdem, dass die Plutoniumanlage Yongbyon genau beobachtet würde. "Wir vermuten, dass der Norden den Reaktor testet." Der Plutoniumreaktor in Yongbyon könnte Beobachtungen aus Südkorea und den USA zufolge im August oder September wieder hochgefahren worden sein. Pjöngjang hatte nach seinem dritten Atomtest im Februar mit dem Wiederanfahren gedroht. Russland warnte daraufhin, dass die Inbetriebnahme des im Jahr 1986 erbauten Reaktors zur Katastrophe führen könnte.

Nordkorea hat drei Atomtests unternommen. Es wird angekommen, dass es sich 2006 und 2009 um Sprengsätze aus Plutonium gehandelt hat. Unklar ist, ob das Land bei seinem dritten Test im Februar dieses Jahres Uran verwendet hat. Uran kann je nach Grad der Anreicherung zivil oder für den Bau von Atombomben genutzt werden.

Nordkorea wolle als Atomwaffenmacht anerkannt werden, um die Oberhand bei den Sechser-Gesprächen über sein Atomprogramm zu gewinnen und die Stellung des Regimes weiter zu festigen, sagte Kim laut Yonhap weiter. Besonders China bemüht sich derzeit als bisheriger Gastgeber sehr um eine Wiederaufnahme der seit Jahren eingefrorenen Sechser-Verhandlungen, an denen neben Nord- und Südkorea noch die USA, Russland und Japan teilgenommen hatten.